Magische Momente im Fußball
Thomas Kastenmaier Interview Teil I.<><><><><><> <><><><><><>
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Spielerinformationen
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Geburtstag
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Geburtsort
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Größe
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188 cm
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Position
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Vereine in
der Jugend
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bis 001989 |
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Vereine
als Aktiver
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Jahre
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Verein
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Spiele
(Tore)1
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1989–1990
1990–1998 |
9 (01)
182 (40) |
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Stationen
als Trainer
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2004–2005
2005 2007-2008 2008-2009 2009-2010 |
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1 Angegeben sind nur Liga-Spiele
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Das Münchener Olympia-Stadion
jubelte und kochte, an diesem 31. August
1989. Es war das 3:0 für den FC Bayern ,in der 69. Spielminute- die endgültige
Entscheidung. Was war passiert? Auch ich
saß begeistert vor der Sportschau, hatte es gesehen. Da war dieser junge Thomas
Kastenmaier, ein paar Minuten zuvor, in seinem 1. Bundesligaspiel eingewechselt
worden und hämmerte den Ball ins Tor-Eck. Viele spektakuläre Bundesliga-Tore - später für Borussia
Mönchengladbach- sollten, von diesem
schussgewaltigen Spieler, noch folgen.
Seine Laufbahn, Spiele und
Tore habe ich immer verfolgt. Nach der Karriere stieg der gebürtige Milbertshofener in die Trainerlaufbahn ein. Heute lebt der
sympathische und unterhaltsame Bayer mit seiner Familie, in meinem Heimatort
Erkelenz und betreibt "Kastes Fußballschule" für 6 bis 15-jährige.
Ich treffe Thomas Kastenmaier bei einem
Kaffee zum Interview. Eine Studie für
mein Buch "Just Play"- The High Performance Mind.
I. Magische Momente im Fußball -Oder
als die Zeit stehen blieb.
Dst: Was fällt Ihnen
zum Thema magische Momente im Fußball ein? Welche Geschichten haben Sie in
Ihrer Karriere erlebt?
Thomas Kastenmaier:
Naja, mein erster magischer Moment war, das erste Mal als
Bundesligaspieler eingewechselt zu werden. Zuvor hatte ich, als Vertragsamateur beim FC Bayern 20-30 mal, ohne Einsatz auf der Bank
gesessen. Dann habe ich meinen ersten Profivertrag dort bekommen. Ich bin dann im Bundesligaspiel gegen den
Hamburger SV, in der 60. Spielminute vor 50.000 Zuschauern, im Olympia-Stadion,
beim Stand von 2:0, eingewechselt worden. Nach vielleicht 5 Minuten auf dem
Platz, fiel mir der Ball vor die Füße, ich hab draufgehalten und "Bum der
knallt genau ins Eck rein". 3:0 daheim im eigenen Stadion, bei der
Kulisse. Sowas vergisst man natürlich nie. Da konnte man schon sagen, das war
ein magischer Moment. Jetzt geht´s
richtig los mit Fußball spielen.
Das zweite war, als ich zum ersten Mal mit Bayern im
Europa-Pokal - heute die Champions League- gespielt habe. Das Rückspiel bei
Inter Mailand. Damals gegen Matthäus, Klinsmann und Brehme. Das Hinspiel hatten
wir 0:2 verloren. Wir haben dann dort 3:1 gewonnen. Der magische Moment war als
der Uli Hoeneß zu mir sagte: " Nun pass mal auf ,wenn du da aus dem
Schlauch raus kommst." Er meinte den Tunnel zum Platz. Wir hatten zwar schon am Vormittag, in diesem
Riesen-Stadion trainiert, aber als ich da raus kam, habe ich erst mal nur 5 Minuten Rumgestanden und gestaunt.
So was habe ich noch nie gesehen." San Siro war damals schon aufgestockt
gewesen, das Ding war rappelvoll, eine Stimmung, überall Feuer und
Bengalos". Das war ein Wahnsinnsgefühl.
Na dann gab es sicherlich eine Reihe von Bundesliga-Spielen.
Aber so richtig, hat man das dann nur, wenn du einen Titel holst. So wie 1995 -
mit Borussia Möchengladbach- , den Pokal in Berlin. Gegen Wolfsburg (3:0), das
war ein Highlight. Vor dem Hintergrund, dass wir zuvor, 1992 das Finale dort
gegen Hannover 96 "vergeigt" hatten( 3:4 n. E.). Dieses Finale hatten
wir verloren, ohne wirklich zu wissen warum.
Aber 1995, besonders die letzten 5 Minuten des Spiels zu
erleben, dieses Gefühl, "Du es geschafft ". Wir hatten eine
"Bomben-Truppe". Dann der Abpfiff- die Freude - der Jubel - endlich
den Pokal zu in den Händen zu halten. Das war schon ein richtig magischer Moment.
Dst: Sie waren doch zuvor mit dem FC Bayern schon Deutscher Meister geworden?
Thomas
Kastenmaier:
Ja gut, aber
nicht als Stammspieler. Du hast zwar die Schale auf dem Marienplatz in der Hand
gehabt, aber im Hinterkopf hast du immer gedacht: "Naja, du hast zwar 10
Spiele gemacht, aber nicht einen solch großen Anteil daran gehabt". In
Möchengladbach war ich hingegen Stammspieler.
Dst: Gab es in Ihrer Laufbahn, auch spezielle
Spiele, wo alles gelungen ist, wo alles einfach gelaufen ist. Wo alles wie in
einem "Flow" war?
Thomas
Kastenmaier:
Wenn du als
rechter Verteidiger über 40 Tore geschossen hast, besonders die Freistoß-Tore,
dann sicherlich des Öfteren. "Wenn du den Ball hingelegt hast - du
wusstest, das ist deine Entfernung - du bist der Schütze - deine Mitspieler
erwarten es nun von dir - du triffst den Ball dann optimal und er geht über die
Mauer drüber - und "das Ding" schlägt ein. Das ist dann schon eine
richtige Genugtuung. Das geschah oft, wenn auch nicht immer. Dafür hatte ich es
schon als kleiner Junge Trainiert. Selbst ,als ich noch in München in der
Bezirksliga spielte, hatte ich das mit einer Holzmauer oder Jugendtor, immer
wieder trainiert.
Fazit:
Was ist eine Grundlage und Voraussetzung,
diese magischen Momente zu erfahren?
Ein
gewisses Talent vorausgesetzt, sind die Gedanken, in Verbindung mit Ängsten und
Sorgen für das Spielfeld zu langsam. In
den meisten Spielsituationen ,ist keine Zeit lange zu überlegen - den nächsten Doppelpass schnell zu spielen - den
Torschuss abzuschließen, bevor ein gegnerisches Bein dazwischen ist.
Du
hast du schneller zu spielen, als der Verstand denken kann. Du hast mit deinen
Instinkten und deiner Leidenschaft zu spielen.
Was
wäre geschehen, als dem jungen Thomas Kastenmaier, bei seinem ersten
Bundeligaspiel, der Ball vor die Füße flog und gedacht hätte: "Soll ich
nun direkt schießen oder nicht? - Was ist, wenn es nicht funktioniert? - Hier
schauen gerade 70.000 Zuschauer im Stadion zu. - Oder soll ich doch besser zu
einem Mitspieler abspielen?"......usw.....usw.... Kastenmaier hatte keine
Zeit zu überlegen, schon bei seinem 1. Bundesligator wurde er von seinem
Instinkt geleitet.
Fortsetzung Teil II folgt
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