Die MEDIATHEK hinter den KULISSEN

Die MEDIATHEK  hinter den KULISSEN
Die Sonnenseite des Fußballs -The High Performence Mind of Soccer -Menschen und Stories rund um den Fußball

Samstag, 11. Februar 2012


Druck im Profifußball

Teil II. Thomas Kastenmaier im Interview


http://www.kastes-fussballschule.de/
Dst: Wie gingen Sie als Spieler mit Druck im Spiel um?
Thomas Kastenmaier:
Wenn du einen entscheidenden Elfmeter oder Freistoß schießt, ist der Druck schon da. Du weißt genau "wenn du den reinhaust" bist du der Held, "wenn du versämmelst" ist der Erfolg der ganzen Mannschaft gefährdet und du bist der Depp. Aber genau in diesen Situationen, braucht es "Einen" der die Verantwortung übernimmt. Ich hab mich immer dazu berufen gefühlt. Nicht "den Schwanz einziehen" und anschließend schimpfen oder jammern. Und wenn du "das Ding" dann rein machst, ist das eine unheimliche Erleichterung, ist ja klar.
Dst: Wie hat es vor einer solche Situation in Ihren Kopf ausgeschaut? Was spielt sich dort ab?
Thomas Kastenmaier:
Du stehst unter Spannung ohne Ende - du unterhälst dich nicht mehr - du konzentrierst dich nur noch auf die Aufgabe die ansteht. Zum Beispiel diesen Elfmeter - nur noch schauen, das der Ball ins Netz geht. Ich habe nie geschaut oder spekuliert was der Torwart macht. Ich wusste, was ich will und vorhabe,  - so habe ich mal 3 Jahre keinen verschossen. "Aber dann hat es mich auch mal wieder mal erwischt".
Dst: Kamen in solchen Situationen auch mal Zweifel auf?
Thomas Kastenmaier:
Du hast nur noch einen Blick - wenn du zum Beispiel von der Mittelline zum Elfmeterpunkt gehst, siehst du nur noch den Ball - du vermeidest Augenkontakt mit den Torwart - du siehst wie "der Kahn" immer gesagt hat, nur noch "den Tunnel" - das Tor in seiner Breite und Höhe - du denkst nur noch: vernünftig hinlegen, Anlauf nehmen, reinhauen. Nichts anderes mehr. Du drehst dich nicht mehr um -nimmst auch die Zuschauer nicht mehr wahr - nur noch "die Kugel". Selbst wenn der Schiedsrichter "Stop" rufen würde, würdest du beim Anlauf, durchlaufen und schießen.
Dst: Kam auch mal der Gedanke: "Hoffentlich verschieße ich nicht"?
Thomas Kastenmaier:
Ich hatte nie solche Gedanken. Ich glaube, wenn du anläufst und denkst "hoffentlich verballer ich den nicht", dann ist "das Ding schon gegessen".
Dst: Wie sind Sie damit umgegangen wenn ein Elfmeter verschossen war?
Thomas Kastenmaier:
Ich bin mal mit einem verschossenen Elfmeter in den Jahresrückblick gekommen. Da bin ich auf dem Bökelberg - ausgerechnet gegen München 60-  beim Anlauf ausgerutscht. Beim Stand von 0:0 ging der Ball 5 Meter übers Tor. Dann war ich  ein paar Tage als Depp in allen Medien. Dabei hatte ich aber Glück. Drei Tage später, ist das gleiche dem David Beckham passiert. Da haben alle nur noch über ihn geredet. (lacht)
Man braucht dafür ein gewisses "Leck-mich-am-Arsch-Gefühl", selbst wenn man verschießt. Ich war ein Spieler der sich selber rausziehen konnte, wenn etwas danebengegangen war.
Dst: Erinnern Sie sich an solche Situationen?
 Ich bin mal am Bökelberg von den eigen Fans ausgepfiffen worden. Im vorherigen Spiel, in Bremen, war ich an zwei Gegentoren in beteiligt gewesen. Dann bekommst du selbst als gestandener Spieler einen "Flattermann". Das ist ein Scheißgefühl. Da kann mir keiner erzählen, ich hör das nicht. Du kannst dann nicht mehr vernünftig Fußball spielen. Zwei Wochen später, im nächste Heimspiel, hab das Spiel mit 2 Toren entschieden. Da durfte ich wieder auf die Trommel von "Manolo" schlagen. Damit muss man lernen umzugehen.
Ich war ja von den Bayern gekommen, war also den umgekehrten Weg gegangen. Nicht wie z.B. Matthäus oder Effenberg. Und wenn es dann mal schlecht bei der ganzen Mannschaft lief, haben sich die Zuschauer einen ausgesucht. Dann war ich  schon mal "die Bayern-Sau". Das hat dann schon wehgetan. Wäre ich labil gewesen, hätte ich in den folgenden Wochen nicht wieder meine Leistung bringen können.
Dst:  Was haben Sie als Spieler gemacht? Baut man eine Art Schutzmauer um sich herum?
Thomas Kastenmaier:
Erst mal kannst dir dann sicher sein, in den nächsten Tagen, in den Medien einen "aufs Maul" zu bekommen. Montags im "Kicker"  bekommst du noch einen. Da braucht du einen Trainer der "Rückrad" hat. Ich war ja kein schlechter, hatte deshalb das Vertrauen des Trainers. Danach konnte ich mich auch wieder in die andere Richtung bewegen. Ich konnte mich dann selbst wieder rausziehen. Durch Training, gute Spiele und auch Tore. Dann war mein "Tief" meistens schnell verzogen. Wenn es dann aber  länger anhält, bist du früher oder später draußen. Wichtig ist in solchen Situationen einen Trainer zu haben, der das richtig einschätzen kann und stellt dich wieder auf. Weil er weiß, er kann sich auf dich verlassen.
Dst: Wie war die Drucksituation dann im Abstiegskampf?
Thomas Kastenmaier:
In der Saison 1992, IM  vorletzten Saisonspiel, wir lagen  zur Halbzeit bei den Stuttgarter Kickers zurück und waren in diesem Moment abgestiegen. Wir konnten das Spiel noch drehen. Ich habe ein Tor auf den "langen Criens" vorbereitet und das zweite selbst gemacht.  Die Borussia war gesichert und konnten uns auf das anstehende Pokal-Finale konzentrieren.

Dst: In den Medien wird das "Thema Druck" zur Zeit häufig thematisiert. Ist der Druck im Fußball größer geworden?

Thomas Kastenmaier:
Generell ist der Druck größer geworden. Aber eigentlich ist er gleich geblieben. Es kommt auf die Situation an. Es kann mir keiner erzählen, das ein Spieler, der von Platz 1 bis 5 spielt, unter großen Druck steht. Dann hast du eine "Truppe" die gut spielt, du hast einen Lauf und du schläfst nachts gut. Wenn du aber permanent von Platz 15 bis 18 spielst, da schläfst du schon mal schlecht. Wenn das über Monate so geht, könnte das im Kopf als Katastrophe auftauchen. "Du steigst ab - dein Vertrag zählt nicht mehr - findest vielleicht keinen anderen Verein. Diese Situationen hatte ich auch. Du bist gereizt, weil der Druck da ist. Dann bist du nicht mehr so locker, fängst an zu überlegen "wenn das heute auch schon wieder schief geht". Vielleicht hast du noch sechs oder sieben davon in deiner Truppe. Keiner kann mir erzählen "das geht mir am Arsch vorbei". Wenn du Spieler hast, die komplett zusammenbrechen, steigst du ab. Hätten wir damals nicht solche Charakter-Typen wie Jörg Neun, Stefan Effenberg und auch mich gehabt, hätten wir keine Chance  gehabt.
Dst: Was haben diese "Charakter-Typen"  gemacht?
Thomas Kastenmaier:
Auf dem Platz kannst du bei den Mitspielern wenig machen. Du kannst selber nur reagieren und Akzente setzen. Du musst in die Zweikämpfe gehen und dich konzentrieren, sie gewinnen, oder die Flanke reinbringen. Wenn du aber so sehr zweifelst, das du nicht mehr in die Zweikämpfe gehst, dann wird dabei nichts positives rumkommen. Du kannst deine Mitspieler nur positiv aufrichten.
Dst: Wie macht man das konkret?
Thomas Kastenmaier:
Wir haben uns damals mit der kompletten Truppe, ohne Trainer beim "Effe" getroffen. Haben uns bei einem Bier zusammengesetzt und uns gesagt: "Wir können als gute Truppe nicht absteigen, es liegt nur an uns Spielern". Wir haben dabei darauf geachtet, nicht auf die Spieler, die gerade sowieso "neben der Spur laufen" noch zusätzlich draufzuhauen - zu kritisieren. Du musst  bei kleinen Fehlern darüber hinwegsehen. Würdest du um Platz 1 bis 5 spielen, würdest du ihn kritisieren. Aber in solchen Situationen kannst du dir das nicht erlauben, zum Beispiel durch Gesten oder Abwinken. Das funktioniert in dieser Situation nicht. 1. ziehst du den Anderen damit noch weiter runter. 2. reibst du dich dadurch selber auf. 3. Jeder kann es sehen und kann es als Schwäche auslegen. Für solche Situationen braucht es auch eine Erfahrung -  die man lernen kann. Vereine, die häufig im Abstiegskampf stehen, können besser damit umgehen. Daher gab es auch den "Mythos" der "Unabsteigbaren" vom VFL Bochum. Für erfolgsverwöhnte Vereine ist eine solche Situation - mit einer vermeintlich besseren Mannschaft- viel schwerer.  Sie kennen  sich damit nicht aus. Dann hast du viele Spieler, die "ganz schlecht schlafen", nicht mental nicht fit sind wenn das Spiel angepfiffen wird.
Dst: Was macht der Trainer Kastenmaier, wenn der Spieler fit ist, aber das normale Training nicht ausreicht, um das Potential des Spielers abzurufen?
Thomas Kastenmaier:
Neben dem Training, durch persönliche Gespräche Selbstvertrauen geben. Ihn auf seine Stärken hinweisen. Wie z. b. seine Technik, Schnelligkeit. Im Training diese Situationen immer wiederholen. Dem Stürmer die Bälle um die Ohren hauen, bis er sie wieder rein macht, wieder Selbstvertrauen erlangt. Das geht meistens nicht innerhalb einer Woche. Es  ist häufig ein kontinuierlicher Prozess. Dazu braucht dieser Spieler Vertrauen. Wenn du es als Trainer schaffst, wird dir der Spieler das ewig danken. Es gibt  auch Spieler, die sind Trainingsweltmeister -  kommen dann ins volle Stadion - bekommen dann den "Flattermann" und es geht gar nichts. In meiner Zeit als junger Spieler bei Bayern habe ich vom "Jupp Heynckes" immer "Feuer" bekommen. Wir hatten zwar häufiger "Theater", aber er hatte erkannt, dass ich das brauchte. Wenn er mich dann gebraucht hatte, konnte er sich auf mich verlassen. Wäre ich damals sensibel gewesen, wäre dort schon Schluss gewesen mit meiner Laufbahn. Nach meiner Kariere wurde mir erst klar, dass er der beste und wichtigste Trainer für mich war.  Ohne diese Lehrzeit bei Bayern, mit all diesen Führungsspielern und das Erleben dieser Hierarchie ,  hätte ich meinen Weg nicht machen können. Das hat mich geprägt, mit Spielern wie Augentaler, Pflügler und Aumann. Die waren schon oft Meister gewesen. Sie hatten das Sagen. Für einen jungen Spieler zählte , "Klappe halten"- zuhören - lernen.  Das war früher  anders als heute.  Als Jupp Heynckes  dann später bei Bayern entlassen und wieder in Mönchengladbach bei den Heimspielen als Zuschauer war, hat er mich im "Kicker" in die "Elf des Jahres" gewählt. Das hat mich damals sehr stolz gemacht.
 Dst: Was hat Sie im Fußball erfolgreich gemacht?
Thomas Kastenmaier:
Natürlich braucht es ein gewisses Talent zu haben. Dazu die Bereitschaft lernen zu wollen. Permanent versuchen sich zu verbessern. Ich bin nicht der Typ der sich hängen lässt -  wollte jedes Spiel gewinnen, selbst im Training. Das hat der Trainer - der Bernd Kraus- gewusst. Das ist die wichtigste Eigenschaft für einen Bundesliga-Spieler. So war ich als Kind schon. Andererseits, war ich aber auch nicht so extrem, dass ich nach einer Niederlage "geheult" habe. Sondern ich war  "Stocksauer", auf mich oder auch meine Mitspieler. Ich war ehrgeizig, jedoch nicht zerfressen. Bei einer Mannschaft erwarte ich, das alle so denken. Dazu absoluter Siegeswille, sogar bei einer "Gaudi" wie Fußball-Tennis.
Dst: Wenn ich heute Interviews von Fußballern im TV anschaue, wirken diese von Seiten der Spieler oft sehr diplomatisch. Sagen Spieler und Trainer dort wirklich ihre Meinung?  Welche Rolle spielen die Medien im Zusammenhang mit Druck?
Thomas Kastenmaier:
Eine Sensation  früher bei Bayern war  "Wenn die vom Fernsehen damals zum Interview kamen Beim Schwabl, Manni und mir, mussten diese anschließend mit Untertitel  gesendet werden, weil sie nichts verstanden haben".
Natürlich hat sich die Medienlandschaft gegenüber meiner Zeit sehr verändert. Gegenüber den 90-er Jahren wird heute alles ausgeschlachtet. Da konntest du nach dem Spiel nochmal ein Bier trinken ohne am nächsten Tag auf der Titelseite zu stehen.
Und wenn ich diesen Mist der Spieler ,dann in den Interviews  höre. Diese vorsichtige "Tiefstapelei" . Warum spiele ich denn in der Bundesliga? Ich werde doch nicht Profifußballer um immer  10. oder 15. zu werden. Auch wenn man mich in meiner Zeit in "Gladbach" gefragt hat, ob ich Meister werden will hab ich geantwortet "Natürlich will ich Meister werden, ob ich oder meine Truppe das dann schaffe, weiß ich nicht, das wird sich zeigen". Ich setze mir doch nicht schon vorher das Ziel 9. zu werden. Ich will auch mal 1. werden, für nichts anderes Spiel ich". Ich würde mir, das zu sagen, nicht verbieten lassen. Diese "Rumeierei" mag ich  nicht.
 Der Fußball lebt nun mal auch von Emotionen. Selbst wenn ich nach dem Spiel, vor der Kamera mal auf "180" bin und da rutscht mal was raus. Was soll es, du kommst  vielleicht mal in den "Jahresrückblick" und dem Reporter wird von Kollegen,  im Ü-Wagen mit dem Spruch auf die Schulter geklopft " Den hast du gut hinbekommen". Wenn das alles wegfallen würde, wäre schade. Auch die Ausbrüche vom Uli Hoeneß, zum Beispiel letztes Jahr auf der Jahreshauptversammlung.  Das ist doch einfach nur Mensch sein. Das gehört doch dazu.
Dst: Was halten Sie von Funktional-Teams innerhalb eines Trainerstabs? Wie sollten sie funktionieren?
Thomas Kastenmaier:
Grundsätzlich arbeite ich lieber in einem kleinen Trainer-Stab. Wenn man  sieht, wie Alex Ferguson und Arsene Wenger mit 10 und mehr Leuten arbeiten, wäre mir das persönlich zu viel. Ein Grund für diese Trainer, wird auch die umfangreiche Medienarbeit sein. Jeden Tag eine Presse-Konferenz geben. Da muss der Chef-Trainer bei Bayern  oft erklären, warum der Ribery Husten hat. Ich würde gerne mit zwei Co-Trainern und einem Reha-Trainer arbeiten. Dabei braucht es Leute, die gleich ticken, Vertrauen, Loyalität,  aber trotzdem kontrovers diskutieren. Ich arbeite ich als Trainer lieber auf dem Platz als auf einer Pressekonferenz.
 Einen Sport-Psychologen würde ich von der Mannschaft und den Spieler-Typen abhängig machen. Eine Mannschaft ist wie eine Art Familie von 20 Leuten, die 300 Tage im Jahr zusammen verbringt. Wenn da ein "Fremder" dazu stößt, könnte das störend sein. Eine Spielerkabine ist zum Beispiel sehr persönlich und intim. Da hat kein Außenstehender etwas zu suchen.
Dst: Sie haben als Spieler den jungen Robert Enke und auch Sebastian Deisler erlebt. Wie verbreitet waren mentale Probleme damals im Vergleich zu heute?
Thomas Kastenmaier:
Von Themen wie "Burn Out" haben wir damals gar nichts mitbekommen. Dieses Wort gab es nicht mal. Mit diesem Thema hatte man sich gar nicht beschäftigt. Der Robert Enke war als junger Mann bei uns. Ein ganz normaler Typ und Torwart.
 Vielleicht hat man damals den Druck mit Alkohol bekämpft. Da hat man dann Geschichten gehört, dass der eine oder andere Spieler, Trainer oder auch Schiedsrichter ein "Schluckspecht" sein soll. Nach außen hin wurde das dann als Alkoholismus dargestellt. Wer hätte geahnt, dass ein "Tony Adams" von Arsenal, jahrelang Alkoholiker war? Ich weiß nur von mir selbst, wenn ich mal ausgegangen war, etwas getrunken hatte, war es schwer am nächsten Tag die Leistung abzurufen. Ich persönlich kann dazu nicht viel sagen, weil ich nicht davon betroffen war. Wenn du dann davon betroffen bist, wird es sicherlich schwer sein, es einem Dritten, nachvollziehbar zu erklären. Sonst würden sich diese Menschen früher jemanden anvertrauen. Nicht wenn es zu spät ist. Selbst die Mitspieler haben es bei Robert Enke nicht bemerkt. Den Sebastian Deisler habe ich in den Jugendmannschaften kennen gelernt. Habe seine Karriere dann verfolgt. Wenn ich ihn dann später mal wieder getroffen habe, war das ein ganz normaler "Super Typ".  Wenn ich dann einen Ralf  Rangnick betrachte, ein Workaholic, der über Jahre Projekte gepusht hat, dann ist klar, dass man irgendwann "platt" ist und eine Auszeit braucht.
Dst: Was braucht es, um dieses "platt sein" zu vermeiden? Wie sind Sie damit umgegangen?
Thomas Kastenmaier:
Grundsätzlich ist  jeder Mensch anders. Man braucht schon eine Bezugsperson. Das kann dann der Trainer , der Berater, ein Freund sein. Heute werden oft auch Psychologen in Anspruch genommen. Alleine wird das dann nicht funktionieren. Bei mir war es  im Bedarfsfall, im Abstiegskampf ,meine Frau. Durch zuhören, was dich belastet, gut zureden. Herausziehen kannst du dich nur selbst. Eine gute Spielerfrau hält dir den Rücken frei mit alltäglichen Dingen, wie Kinder und Hund. Das ist aber in anderen Berufen auch so. Im Fußball ist neben der körperlichen Fitness wichtig, das ich meinen Beruf mit Leidenschaft und Spaß ausübe. Ansonsten wird man langfristig keinen Erfolg haben.
Ich habe zu einigen aktuellen Bundesligaspielern Kontakt, die ich als Jungendspieler trainiert habe. Wie den Marcel Jansen und Eugen Polanski und einige andere. Wenn sie  mal daneben hängen und anrufen, versuche ich zu vermitteln, dass sie den schönsten Beruf der Welt haben. Wenn du Fußballer mit Leib und Seele bist, was  gibt es schöneres, als damit auch noch Geld zu verdienen. Das ganze Leben, die Tagesabläufe sind auf Fußball abgestimmt. Du hast maximal zweimal täglich Training, bist viel auf Reisen, du hast Fans hinter dir, die jubeln. Oder die kleinen Annehmlichkeiten, sich paarmal die Woche massieren zu lassen. Das ist einfach herrlich. Aber meistens merkst du es erst dann, wenn du diesen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Wenn du vielleicht mal von heute auf morgen "Sport-Invalide" bist.
Bei Borussia Mönchengladbach mussten wir mal einen Fragenkatalog vor der Saison ausfüllen. Am Ende kam die Frage nach dem Lebensmotto. Einige haben dort zum Beispiel eingetragen "Leben und leben lassen", ich hab eingetragen "mit a bisserl Spaß geht alles viel besser". Ich habe mir meistens keinen "großen Kopf" gemacht. Ich wollte einfach nur Fußball spielen, Tore vorbereiten und Tore machen. Darum hat man mir auch immer nachgesagt, ich hätte einen halben Rechtsaußen gespielt, oder der Mittelfeldspieler, der vor mir spielte, wäre "die ärmste Sau auf dem Platz".

Fazit:
Um zu funktionieren, braucht es statt Druck, neben der Willenskraft und dem Talent, Freude am Spiel und Lockerheit. Die Frage ist jedoch, wie mache ich das? Wie werde ich voller Enthusiasmus über den Fußballrasen getragen? Oder wie BVB-Trainer häufig sagt: "Die Jungs sind einfach nur geil auf Kicken".
Wie erhalte ich die Freude am Spiel, Leichtigkeit und Spaß daran? Wie erzeuge ich Enthusiasmus, geil auf Kicken sein?
Im Kopf des Fußballers laufen ganz normale Dinge wie Ängste und Zweifel ab. Um damit umzugehen, braucht es neben den Muskeln auch den Kopf zu trainieren. Fehler und Verlieren wegzustecken, ohne zu blockieren oder sich als Verlierer zu sehen. Um das zu verarbeiten, damit umzugehen,  braucht es in einen unbekannten, mentalen Bereich von einer Art Magie vorzudringen. Wo statt Druck ,eine spielerische Leichtigkeit entstehen kann. Ein Teil ist, wie Kastenmaier schon erklärte, neben dem Training, in persönlichen Gesprächen, den Spieler an seine Stärken erinnern. Das Selbstvertrauen des Spielers wieder stärken und ihm als Trainer oder Verantwortlicher, das Vertrauen schenken. Nicht jeder Profi hat diese Leichtigkeit des Seins oder eine entsprechende "Leck-mich-am-Arsch-Einstellung", in Drucksituationen,  eines Thomas Kastenmaiers. Nicht alle Spitzensportler haben zuhause eine einfühlsame Frau als Ansprechpartner, die bei Bedarf, mental aufrichtet.
Das tiefste Verlangen des Menschen ist Anerkennung. Auch der Sportler möchte sich gesehen und Anerkannt fühlen. Selbst wenn man Fehler und Pannen anerkennt, ein Spiel verloren hat. Zum Beispiel:"Das war ein Super-Eigentor - ein Hammer-Fehlpass". Und das ganze ohne Ironie. Zu schauen, wo liegt die Chance daraus zu lernen? Wenn man Fehler und Pannen anerkennen, gar feiern kann, damit sein kann, eröffnet es den Weg ,auch wieder große Siege zu feiern. Im Leben haben die Dinge meistens zwei Seiten, wie Tag und Nacht - Sonne und Schatten - Sieg und Niederlage. Dies gilt es zu akzeptieren, dass es sein darf.
Würde man dem Spieler eine Pistole an den Kopf setzen, wird er irgendwann nicht mehr das Letzte aus sich rausholen können. Es würde Druck und Angst erzeugen, statt Spitzenleistung. Wenn ich also weiß, mit Druck und Draufhauen komme ich nicht weiter, fällt es mir leichter damit aufzuhören. Dafür braucht es ein Bewusstsein der sportlichen Führer und Leiter.
Stattdessen stellt sich die Frage, womit turne ich den Fußballer/Sportler an? Hierzu gibt es kein Patentrezept. Jeder Mensch ist anders. Aber man kann dieser Neugierde folgen, es ausprobieren.
Dafür braucht es ein Bewusstsein bei allen Beteiligen, beim Spieler, Trainer, Manager und auch Berater. Die "Black-Box-Mensch" besser kennenlernen. Dieses Bewusstsein ist trainierbar wie die Muskeln des Spielers. Kenne ich diese "Black-Box" besser, dann fallen meine Reaktionen -zum Beispiel auf Druck- anders aus.
Zitat von Sunzi "Die Kunst des Krieges"
"WENN DU DEINEN FEIND KENNST UND DICH SELBST KENNST; BRAUCHST DU DAS ERGEBNIS VON 100 SCHLACHTEN NICHT ZU FÜRCHTEN"

Freitag, 3. Februar 2012





Magische Momente im Fußball
Thomas Kastenmaier Interview Teil I.
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Spielerinformationen
Geburtstag
Geburtsort
Größe
188 cm
Position
Vereine in der Jugend

bis 001989
SF Harteck München
TSV Milbertshofen
Vereine als Aktiver
Jahre
Verein
Spiele (Tore)1
1989–1990
1990–1998
9 (01)
182 (40)
Stationen als Trainer
2004–2005
2005
2007-2008
2008-2009
2009-2010
Borussia Mönchengladbach II
LR Ahlen
SC 1912 Wegberg
SC 09 Erkelenz
Sportvereinigung Oberaußem
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele





Das Münchener Olympia-Stadion jubelte und kochte, an diesem  31. August 1989. Es war das 3:0 für den FC Bayern ,in der 69. Spielminute- die endgültige Entscheidung.  Was war passiert? Auch ich saß  begeistert vor der Sportschau,  hatte es gesehen. Da war dieser junge Thomas Kastenmaier, ein paar Minuten zuvor, in seinem 1. Bundesligaspiel eingewechselt worden und hämmerte den Ball ins Tor-Eck. Viele spektakuläre  Bundesliga-Tore - später für Borussia Mönchengladbach-  sollten, von diesem schussgewaltigen Spieler, noch folgen.

Seine Laufbahn, Spiele und Tore habe ich immer verfolgt. Nach der Karriere stieg  der gebürtige Milbertshofener  in die Trainerlaufbahn ein. Heute lebt der sympathische und unterhaltsame Bayer mit seiner Familie, in meinem Heimatort Erkelenz und betreibt "Kastes Fußballschule" für 6 bis 15-jährige. Ich treffe  Thomas Kastenmaier bei einem Kaffee zum Interview.  Eine Studie für mein Buch "Just Play"- The High Performance Mind.

I. Magische Momente im Fußball -Oder als die Zeit stehen blieb.

Dst: Was fällt Ihnen zum Thema magische Momente im Fußball ein? Welche Geschichten haben Sie in Ihrer Karriere erlebt?
Thomas Kastenmaier:
Naja, mein erster magischer Moment war, das erste Mal als Bundesligaspieler eingewechselt zu werden. Zuvor hatte ich, als  Vertragsamateur beim FC Bayern  20-30 mal, ohne Einsatz auf der Bank gesessen. Dann habe ich meinen ersten Profivertrag dort bekommen.  Ich bin dann im Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV, in der 60. Spielminute vor 50.000 Zuschauern, im Olympia-Stadion, beim Stand von 2:0, eingewechselt worden. Nach vielleicht 5 Minuten auf dem Platz, fiel mir der Ball vor die Füße, ich hab draufgehalten und "Bum der knallt genau ins Eck rein". 3:0 daheim im eigenen Stadion, bei der Kulisse. Sowas vergisst man natürlich nie. Da konnte man schon sagen, das war ein magischer Moment. Jetzt geht´s  richtig los mit Fußball spielen.

Das zweite war, als ich zum ersten Mal mit Bayern im Europa-Pokal - heute die Champions League- gespielt habe. Das Rückspiel bei Inter Mailand. Damals gegen Matthäus, Klinsmann und Brehme. Das Hinspiel hatten wir 0:2 verloren. Wir haben dann dort 3:1 gewonnen. Der magische Moment war als der Uli Hoeneß zu mir sagte: " Nun pass mal auf ,wenn du da aus dem Schlauch raus kommst." Er meinte den Tunnel zum Platz.  Wir hatten zwar schon am Vormittag, in diesem Riesen-Stadion trainiert, aber als ich da raus kam, habe ich erst  mal nur 5 Minuten Rumgestanden und gestaunt. So was habe ich noch nie gesehen." San Siro war damals schon aufgestockt gewesen, das Ding war rappelvoll, eine Stimmung, überall Feuer und Bengalos". Das war ein Wahnsinnsgefühl.

Na dann gab es sicherlich eine Reihe von Bundesliga-Spielen. Aber so richtig, hat man das dann nur, wenn du einen Titel holst. So wie 1995 - mit Borussia Möchengladbach- , den Pokal in Berlin. Gegen Wolfsburg (3:0), das war ein Highlight. Vor dem Hintergrund, dass wir zuvor, 1992 das Finale dort gegen Hannover 96 "vergeigt" hatten( 3:4 n. E.). Dieses Finale hatten wir verloren, ohne wirklich zu wissen warum.

Aber 1995, besonders die letzten 5 Minuten des Spiels zu erleben, dieses Gefühl, "Du es geschafft ". Wir hatten eine "Bomben-Truppe". Dann der Abpfiff- die Freude - der Jubel - endlich den Pokal zu in den Händen zu halten. Das war schon ein richtig magischer Moment.

Dst:  Sie waren doch zuvor mit dem FC Bayern schon Deutscher Meister geworden?
Thomas Kastenmaier:
Ja gut, aber nicht als Stammspieler. Du hast zwar die Schale auf dem Marienplatz in der Hand gehabt, aber im Hinterkopf hast du immer gedacht: "Naja, du hast zwar 10 Spiele gemacht, aber nicht einen solch großen Anteil daran gehabt". In Möchengladbach war ich hingegen Stammspieler.

Dst: Gab es in Ihrer Laufbahn, auch spezielle Spiele, wo alles gelungen ist, wo alles einfach gelaufen ist. Wo alles wie in einem "Flow" war?
Thomas Kastenmaier:
Wenn du als rechter Verteidiger über 40 Tore geschossen hast, besonders die Freistoß-Tore, dann sicherlich des Öfteren. "Wenn du den Ball hingelegt hast - du wusstest, das ist deine Entfernung - du bist der Schütze - deine Mitspieler erwarten es nun von dir - du triffst den Ball dann optimal und er geht über die Mauer drüber - und "das Ding" schlägt ein. Das ist dann schon eine richtige Genugtuung. Das geschah oft, wenn auch nicht immer. Dafür hatte ich es schon als kleiner Junge Trainiert. Selbst ,als ich noch in München in der Bezirksliga spielte, hatte ich das mit einer Holzmauer oder Jugendtor, immer wieder trainiert.
Fazit:
 Was ist eine Grundlage und Voraussetzung, diese magischen Momente zu erfahren?
Ein gewisses Talent vorausgesetzt, sind die Gedanken, in Verbindung mit Ängsten und Sorgen  für das Spielfeld zu langsam. In den meisten Spielsituationen ,ist keine Zeit lange zu überlegen - den  nächsten Doppelpass schnell zu spielen - den Torschuss abzuschließen, bevor ein gegnerisches Bein dazwischen ist.
Du hast du schneller zu spielen, als der Verstand denken kann. Du hast mit deinen Instinkten und deiner Leidenschaft zu spielen.
Was wäre geschehen, als dem jungen Thomas Kastenmaier, bei seinem ersten Bundeligaspiel, der Ball vor die Füße flog und gedacht hätte: "Soll ich nun direkt schießen oder nicht? - Was ist, wenn es nicht funktioniert? - Hier schauen gerade 70.000 Zuschauer im Stadion zu. - Oder soll ich doch besser zu einem Mitspieler abspielen?"......usw.....usw.... Kastenmaier hatte keine Zeit zu überlegen, schon bei seinem 1. Bundesligator wurde er von seinem Instinkt  geleitet.

Fortsetzung Teil II folgt

Montag, 21. November 2011

Leistungsdruck im Profifußball
Babak Rafati - der Schock und das Umdenken



Liga-Präsident Rauball stellte fest, dass der Fall Robert Enke nun doch kein Einzelfall war und man müsse nun den Dingen auf den Grund gehen. Da stellt sich die Frage „wie“?

Erinnern wir uns noch? Vor fast genau zwei Jahren hatte sich der damalige Nationaltorwart Robert Enke das Leben genommen. Damals legte die Fußball-Branche den Schalter von Geld- und Leistungsstreben auf Nachdenklichkeit um. Es gab eine riesige Trauerfeier im Stadion. Es wurde auch viel darüber geredet, dass dieser Todesfall für die gesamte Gesellschaft der Anlass sein sollte, das Thema Depressionen zu enttabuisieren und zu diskutieren.

 Was hat sich seit damals geändert?

Jetzt forderte DFB-Präsident Theo Zwanziger wieder, in all dem Bundesliga-Trubel wieder mehr auf den einzelnen Menschen zu schauen.

Das hört sich gut an. Aber wie ?  Kann und muss das Leben nun weitergehen? Es muss.

Gibt es im Profifußball einen Platz für gescheiterte Menschen? Hier geht es um den Erfolg, um tatsächliche oder scheinbare Größe.

Wie wird das Produkt „Fußball“ in den Medien verkauft? In der Sportschau wird kein schlechtes 0:0 mehr gezeigt, ohne dass vorher eine dramatische Fanfare abgespielt wird. Die Hymne der Champions League klingt, als würden gleich anschließend Cäsar und Kleopatra samt 500 Gladiatoren  ins Stadion einmarschieren.

In dieser Welt sind nicht nur die Schiedsrichter eine besonders geforderte Gruppe, sondern auch die Spieler, die Trainer, Manager und Vorstände und sonstige Verantwortungsträger.

Ihre Leistung bewegt im Zweifel Millionenbeträge. Ein falscher Abseitspfiff, eine vergebene Torchance, eine falsch gewählte Taktik, kann darüber entscheiden, ob ein Verein in der nächsten Saison in der Ersten oder Zweiten Liga kickt.

Und wer hat sich nicht schon mal über den Schiedsrichter erregt? -Ich muss gestehen, ich habe es schon häufiger gemacht- Dieser kann sowieso nie Allen gerecht werden und hat einen besonderen Druck.

Ist nicht unsere Gesellschaft davon geprägt?: „Nur die Leistung wird belohnt“?  Der einzelne Mensch zählt nur so lange, wie er Leistung bringt. So ist es in allen Lebensbereichen, und so ist auch Fußball!
Stellt sich nach wie vor die Frage, wie man den Dingen auf den Grund gehen kann?  Wie könnte man einen Prozess des Umdenkens anregen?

Jeder Mensch steht in irgendwelchen Lebensbereichen in einer Verantwortung und wird nicht immer fehlerfrei sein. Und gleichzeitig strebt jeder Mensch nach Anerkennung und Wertschätzung.

Um beim Fußball zu bleiben:

Hat nicht sogar jeder Amateur- und Kreisligaschiedsrichter viel Zeit und Ausdauer, viel Leidenschaft, viel Übung und Fortbildung  investiert, sich Eignungs- und Prüfungsverfahren ausgesetzt? Um dieser Leidenschaft nachzugehen Familienleben und Wochenende hinten angestellt? Im Amateurbereich müssen die Vereine hohe Strafgebühren zahlen wenn diese nicht eine angemessene Anzahl an Schiedsrichter stellen können, damit ein ordentlicher Spielbetrieb gewährleistet werden kann.

Was muss dann ein Schiedsrichter alles schon geleistet haben, wenn er ganz oben auf der Rangliste beim DFB oder gar bei der FIFA angekommen ist? Welchen langen Weg ist er bis in die Spitze der Schiedsrichterzunft gegangen?  Hat diese Leistung nicht erst einmal Wertschätzung und Anerkennung verdient, auch wenn mal Fehlentscheidungen getroffen werden?

Wieviel Respekt und Umdenken ist denn wirklich vorhanden, wenn Medien oder Sportzeitschriften auf der einen Seite den Todestag von Robert Enke gedenken, hinterfragen wollen, ob sich seit seinem Freitod etwas im Fußball geändert hat. Jedoch auf der nächsten Seite eine Umfrage über „den schlechtesten Schiedsrichter“ ins Leben gerufen haben und veröffentlichen?

Wer hat solche Ideen, wem nutzen sie und wer konsumiert solche Dinge??

Diese Wege durchlaufen ebenfalls die aktiven Fußballer von der niedrigsten Amateurliga bis zum Spitzenprofi und auch die jeweiligenTrainer.

Welchen Weg hat zum Beispiel ein Fußballtrainer durchlaufen wenn er im Profisport angekommen ist? Wieviel Leidenschaft, Zeit, Diziplin, Fachwissen und Kompetenz wird selbst ein Trainer einer Abstiegsmannschaft in den oberen Fußballligen haben? Auch wenn es im Sport, neben Geld immer um gewinnen und verlieren geht. Steht nicht sogar dem Trainer eines Absteigers grundsätzlich Respekt zu?

Dann werden von Medien vor einer Saison, Umfragen und Prognosen, von sogenannten Experten gestartet und veröffentlicht. Welcher Trainerstuhl wackelt am meisten?  Welcher Trainer hat die wenigste Ahnung von seinem Metier? Welcher Trainer fliegt zuerst? Man kann sogar drauf wetten und Geld damit verdienen!

Wer hat solche Ideen? Wem nutzen sie? Wer konsumiert solche Dinge???



In einem Blog habe ich zum Thema noch folgenden interessanten Beitrag entdeckt und möchte diesen hier gerne zitieren. Vielleicht auch zum schmunzeln!

Für die neuzeitlichen Gladiatoren ist es noch schlimmer.
Wenn du einen Ball über eine Wiese treten kannst, dann bist du plötzlich wer. Dann ist man die aktuelle Version eines Helden. Leute, die bestenfalls mal auf einer Wiese gesessen haben, sind die großen Fans und haben es ja schon immer gewusst, dass dieser Spieler mal was wird.
Und genau diese Leute haben auch von Anfang an schon immer gewusst, dass genau dieser Spieler nix taugt.
Sagen die Leute, deren Fachkenntnisse darauf beschränkt, den Weg zum Stadion zu finden.
Brot und Spiele, damit hält man die “Massen” zufrieden. Also macht man ein ziemlich albernes Spiel von Leuten in Unterhosen, die einen kleinen Ball über eine Wiese treten, zum absolut wichtigem Event.
Kann sich noch jemand daran erinnern, wie wichtig es war, einen kleinen gelben Ball über ein Fliegengitter zu dreschen? Nein? Ich schon. Ich fahr nämlich jede Woche an den ausgestorbenen Tennisplätzen vorbei.
Da waren wir alle Tennisexperten, wir kannten alle tollen Spieler. Dummerweise hat es “uns” nicht das geringste gebracht. Also sind wir alle wieder Oberschiedsrichter beim Fußball geworden.
Wir wissen ganz genau: Der Schiedsrichter, der 2 Meter neben dem Ball stand, hat wesentlich weniger gesehen, als wir, die wir ja 300 Kilometer entfernt auf dem Sofa sitzen. Außerdem ist der ja sowieso parteiisch. Also für den falschen Verein parteiisch, nicht für den unsrigen.
Wer funktioniert wie erwartet, der ist toll. Wer das nicht schafft oder nicht schaffen will oder kann, der kommt weg. Basta. Wir müssen am Fließband schließlich auch funktionieren. Also.

Donnerstag, 13. Oktober 2011


Magische Momente im Fußball TV





                                                               von Dst Perform

Sonntag, 9. Oktober 2011


MAGISCHE  MOMENTE

 oder „Wenn die Zeit stehen bleibt!“

Warum lieben wir Fußball?

Das ist der Stoff, aus dem Fußball-Träume sind. Als der Schiedsrichter in der 96. Minute das entscheidende Relegationsspiel zum Aufstieg in die Bezirksliga abpfiffen hatte, hatten die Hälfte der ca. 500 Zuschauer, die Anhänger  meines VfR`s, dessen Manager und Obmann ich war,  dessen Spieler, Trainer und Betreuer,  einige Minuten gebraucht um zu realisieren was geschehen war.




Aufgewachsen in einem kleinem 1500 Einwohner- Örtchen im Rheinland, als Sohn des damals 2. Vorsitzenden und Vereinswirtes.  Als kleiner Junge etwas dick und pummelig, startete ich meine Fußballlaufbahn zunächst im Tor der E-Jugend meines VfR´s. Ab der Pubertät ,mit ein paar Kilo weniger, dann als Linksaußen oder Mittelstürmer. Ich war nicht der Talentierteste, aber meine Leidenschaft und mein Leben war der Fußball. Mit Ehrgeiz und Einsatz konnte ich wohl einiges kompensieren - in einem kleinen Fußballdorf wollte man halt dazugehören. Auf dem Sprung ins Seniorenalter wurde meine aktive Fußballlaufbahn abrupt, durch einen Motorradunfall beendet.

Ich bin meiner Leidenschaft, dem Fußball jedoch treu geblieben und war dann schon in jungen Jahren Jugendkoordinator und anschließend Fußballobmann, Manager, Co-Trainer und Pressesprecher , teilweise in Personalunion. Meine Freizeit war über Jahre hinweg komplett mit Fußball gefüllt.  Auf den Fußballplätzen in meiner Region, die zu dieser Zeit mein zweites zu hause waren,  in der lokalen Presse, nannte man mich hin und wieder  „den Uli Hoeness des VfR“. Immer angetrieben, auch unter den widrigen Verhältnissen eines kleinen Amateurvereins, den nächsten sportlichen Schritt zu erreichen.

Vor der Saison 1994/95 hatte sich bei mir eine gewisse Amtsmüdigkeit eingesetzt. Nach  drei Vizemeisterschaften in unserer Spielklasse hatten wir das angestrebte Ziel, die Bezirksliga wieder nicht erreicht. Heute würde man sagen, wir waren so etwas wie das „Vizekusen der Kreisliga A“ . Immer offensiven Fußball, viele Tore, doch am Ende ein paar Gegentore zu viel oder in dem ein oder anderem entscheidenden Spiel, hatte das Nervenkostüm versagt, so dass es immer noch einen gab, der einen Tick besser war. Ein paar Leistungträger der 1. Mannschaft hatten den Verein verlassen oder wollten ihre Laufbahn beenden. Die Möglichkeit es in die Bezirksliga zu schaffen, war für mich unrealistisch. Meine vom Fußball genervte Frau, machte mir das Fußballeben auch nicht leichter und mein Sohn war wenige Monate zuvor geboren. Ich brauchte eine Auszeit und auch mehr Zeit für Familie.


 Vor der nun anstehenden neuen Spielzeit habe, ich noch dazu beigetragen meine Aufgaben und Ämter in gute Hände zu legen, die Mannschaft mit ein paar jungen talentierten Spielern zu ergänzen.  Im Vorfeld war es mir noch gelungen, den im Vorjahr, nach Meinungsverschiedenheiten mit mir, Vorstand und Mannschaft ausgeschiedenen Trainer "Heinz" für die neue Saison zu verpflichten.

"Heinz" hatte zu seiner besten Zeit bei den Amateuren von Borussia Mönchengladbach gespielt und war fachlich einer der besten Trainer, die unser Club bis dahin hatte. Die Gefahr bestand darin – welches auch das Problem bei seiner ersten Amtszeit war- dass er mit seinem Anspruch, gemessen an seiner eigenen Laufbahn, seinem Ehrgeiz, seiner explosiven Art, seiner Vorstellung von Disziplin im Training, im Spiel und auch Spielvorbereitung, den ein oder anderen Spieler in unserer Amateurklasse überforderte. Ich werde nie vergessen wie sich einer der Routiniers unserer Mannschaft , kurzfristig  auf der Ersatzbank wieder fand, weil er während des Aufwärmprogramms vor dem Spiel, mal kurz  - wie bis dahin üblich- in die Büsche verschwand um sich zu erleichtern. Dem nächsten widerfuhr Gleiches, weil er  während des Dehnungsprogramms beim Plausch mit Zuschauer oder Freundin gesehen wurde. Nicht selten fuhr ein vom Trainer etwas unsanft kritisierter Spieler nach dem Training nach Hause mit dem Kommentar „Mich siehst du hier nicht wieder“! Dann war ich dann wieder mal als Mediator im Interesse des Teams und des Erfolgs gefordert zu vermitteln, zwischen ehrgeizigem Trainer und sensiblen Freizeitkicker. Nach dem  Ein oder Anderen emotionale Gespräch, einem Bier am Vereinstresen und mal „darüber schlafen“ ging es dann meistens im nächsten Spiel gemeinsam weiter.

Auch wenn Trainer Heinz, die Messlatte im Training und auch Spiel immer etwas höher legte, die Spieler ihn manchmal  deshalb nicht mochten – er manchmal auch einige Wesenszüge eines „ Ede Geyer“ zu haben schien, -zudem er selbst nach großen Siegen mit dem Team stets nur mit Cola statt Bier feierte- . Die Spieler konnten sehen wie sie sich spielerisch, taktisch und physisch weiterentwickelten. Das es auch eine gehörige Portion  an bisher nicht gekannter Disziplin und Regeln braucht um größere Ziele zu erreichen. In seiner zweiten Amtszeit im Aufstiegsjahr wurde  Trainer Heinz sogar beim VfR über den grünen Klee gelobt als „ein Fußball Besessener“ der die richtige Mischung aus Engagement und Gelassenheit gefunden hat. Ich bilde mir bis heute ein, als sein erster Ansprechpartner und gleichzeitig Mediator zwischen ihm und Mannschaft, meinen Teil dazu beigetragen zu haben.



Zunächst war die neue Saison 1994/95 gestartet. Mit einer verjüngten Mannschaft ohne einige Leistungsträger der Vergangenheit, nicht mit dem Ziel aufzusteigen, die Mannschaft neu aufzubauen, ordentlichen Fußball zu spielen. Und seit mehr als 15 Jahren ohne mich in einer Vereinsfunktionärsrolle. Die Vorbereitung verlief eher mäßig bis schlecht. Jedoch das erste Meisterschaftsspiel wurde mit 7:2 gewonnen. Das zweite und dritte Spiel wurde gar bei Aufstiegsfavoriten klar gewonnen. In diesen Wochen habe ich es genossen lediglich am Wochenende die Spiele meines Clubs, einfach einmal als unbeteiligter Zuschauer zu genießen. Der Kontakt zu Trainer "Heinz" war jedoch auch dann nicht abgebrochen. Er nutzte jede Gelegenheit mich mehrmals pro Woche anzurufen, sich über den Trainingsalltag, Taktik, Spielanalyse, Spieler oder den nächsten Gegner auszutauschen, Feedback zu holen oder mir Anregungen zu liefern,  wie man, die stets zu bemängelnde Infrastruktur eines kleinen Amateurvereins verbessern könnte. Und so kam es wie es nicht kommen sollte, nach drei Monaten war ich nun wieder –ohne offizielle Funktion-  mitten im Geschehen. Die Tatsache, dass die Spieler mich ebenfalls immer noch als Ansprechpartner mit ihren Anliegen kontaktierten -  die gute Arbeit von Trainer Heinz und der Mannschaft, die unerwartete Früchte trug, taten ihr übriges um mich zu überreden. Der  „Fußballvirus“ hatte mich wieder eingeholt und erwischt.

Am vorletzten Spieltag der Hinrunde war die Mannschaft ungeschlagener souveräner  Tabellenführer mit nur drei Unentschieden. Die erste Niederlage setzte es am letzten Spieltag vor der Winterpause, anschließend  noch 3 Punkten Vorsprung (nach der alten 2-Punkte-Regelung) vor der Reserve-Mannschaft es ranghöchsten Verbandsligisten der Region, dem FC  W-B.

Wir starteten mäßig in die Rückrunde. Die mit Spielern der Verbandsliga aufgerüstete Reserve-Mannschaft des FC W-B schloss nach Punkten in der Tabelle auf und im letzten Drittel der Saison wurde im Showdown das Spitzenspiel gegen sie eindeutig unterlegen, mit 1:3 verloren. Nach einer kleinen Negativserie waren wir sogar nur noch Tabellendritter, obwohl der zweite Tabellenplatz erstmalig zu einer Relegationsteilname für die Bezirksliga gereicht hätte. Nun sah es noch nicht einmal nach „Vizekusen der Kreisliga“ aus. Im Endspurt wurde wurden dann noch Siege eingefahren, der mit Spielern aus der Verbandsliga aufgerüstete FC W-B II gab sich keine Blöße mehr.

Wieder Vizemeister, jedoch diesmal mit Relegation als zusätzliche Option. Zunächst wusste ich nicht, ob ich mich über den wieder verpassten Aufstieg ärgern soll oder über die Relegation freuen soll. Gruppengegner waren die beiden Vizemeister der Nachbarkreise und ein am letzten Spieltag auf den drittletzten Platz gerutschter starker Bezirksligist. Nur der Gruppenerste konnte noch aufsteigen.

Mein VfR war Außenseiter in dieser Runde. Aber ok, wir hatten eine kleine Chance. Unser erstes Spiel bescherte uns gleich das Spiel beim starken Bezirksligisten die Spvg. KG. Deren starker Mittelstürmer hatte über die Hälfte der Tore alleine geschossen und Torschützenkönig der Liga.

Der Tag des ersten Spiels rückte näher und mit jedem Tag wurde meine Anspannung größer. Nach einem 0:1 Rückstand konnten wir durch ein Eigentor – vor ca. 400 Zuschauern-  ausgleichen. Kurz vor Ende der 1. Halbzeit erzielte unser Kapitän-Spielmacher-Torjäger und Vereinsidol „Knigge“, die 2:1 Führung. In einer aufopferungsvollen Abwehrschlacht, mit ein paar gefährlichen Kontern, konnten wir das Ergebnis bis zum Schluss halten. Übrigens…die Schlagzeile am nächsten Tag in der lokalen Presse lautete: Der Torjäger hatte gegen Thomas W. (unser Manndecker, der das Spiel seines Lebens machte) keine Chance!!!

Mit dem Selbstvertrauen dieser kleinen Sensation ging es in das 2. Spiel – zuhause gegen den Spielstarken Vizemeister des Nachbarkreises FSV S. Nach anfänglichen Problemen bekamen wir das Spiel unter Kontrolle.  Mit einem 20 Meter-Knaller und einem tollen Solo, erzielte unser Kapitän „Knigge“, beide Tore zur hochverdienten Halbzeitführung. Unter Berücksichtigung der anderen Ergebnisse,  wären wir zu diesem Zeitpunkt Aufsteiger. Nach der Halbzeit hätte das 3:0 fallen müssen. Doch statt dessen, wie so häufig in solchen Situationen im Fußball, der Gegner wurde stärker – drängte – erzielte den Anschlusstreffer und zehn Minuten vor Ende sogar den 2:2 Ausgleich.

Nun kam es im letzten Gruppenspiel zum Endspiel, auf neutralem Platz,  gegen den Punkt- und Torgleichen SV P. Nur der Sieger steigt sicher auf. Bei Unentschieden bestand die Gefahr dass der Tabellendritte FSV S. vorbei zieht. Bei gut besuchten Spielen in der Meisterschaft kamen 80 bis 100 Zuschauer zu den Spielen. Als ich mit Mannschaft und Trainer an diesem Tag die Platzanlage betrat, müssen es ca. 500 mit Fahnen und Trompeten ausgerüstete Zuschauer gewesen sein. Mit dem Anpfiff stieg mein Puls und Blutdruck ins unermessliche. Die Nächte zuvor hatte ich vor Aufregung und Spannung kaum schlafen können.  Ist das heute der Tag? Kann der Traum heute wahr werden?


Gelähmt von der nervlichen Anspannung eines solchen Endspiels lief unser Team in den ersten 20 Minuten nur hinterher und hatten einige brenzlige Situationen zu überstehen. Doch unser Torwart "Andre" hatte einen tollen Tag erwischt oder einige Torchancen vom hochüberlegenen SV P. wurden in letzter Sekunde abgeblockt. Mit einem Traumstart ging es jedoch dann in die zweite Hälfte. Gerade mal 40 Sekunden waren gespielt, als unser linker Verteidiger „Nelli“,  sich erinnerte, auch hin und wieder ein Tor erzielen zu können. Eine Quervorlage hämmerte er volley von der Strafraumkante ins lange Eck. 1 :0 ! Nun hatten wir die Bezirksliga fest im Visier. Die Anspannung bei der Mannschaft legte sich nun und unser Mittelstürmer „Katti“ hatte aus kurzer Distanz das 2:0 auf dem Fuß – entschloss sich aber zu spät zum Abschluss. Doch der SV P. lebte noch. Binnen zwei Minuten war dann der Aufstieg wieder in weiter Ferne gerückt – durch eigene Schuld wurde ein Ball in der 59. Minute im eigenen Strafraum vertändelt – dann noch ein eigenen Mitspieler angeschossen und mit letzten Einsatz rutschte dann ein Spieler des SV P. mit dem Ball über die Torlinie. Der Linienrichter hob erst die Fahne wegen Abseitsstellung, nahm seine Entscheidung dann jedoch zurück. Dies wiederum nahm unsere 2. Sturmspitze „Uwe“ zum Anlass dem Linienrichter zu erklären, was er von ihm halte. Der Linienrichter winkte eifrig den Schiedsrichter herbei und dieser zog unverzüglich „rot“.


Das wars dann, schoss es mir entsetzt durch den Kopf! 30 Minuten in Unterzahl gegen diesen starken Gegner!  Ich war geschockt! Bezirksliga ade!!

Doch dann traf Trainer „Heinz“ genau die richtige Entscheidung. Der SV P. drängte, meine Jungs erhöhten den kämpferischen Einsatz.  „Heinz“ wechselte Mittelstürmer „Katti“ – ein reiner Strafraumstürmer – aus und wechselte dafür den agilen 18-jährigen Jungspund „Torsten „ ein.

„Torsten“ war der jüngste und der Lehrling im Team – talentiert - laufstark – schnell – total ehrgeizig  und  manchmal mit dem Kopf durch die Wand und hatte so manche gute Torgelegenheit überhastet vergeigt. Unter Missachtung jeglicher taktischer Vorgaben, hatte er bisher seinem Trainer „Heinz“ bei seinem Teileinsätzen zu „Weissglut“  gebracht. Mit dem Ergebnis, dass er dann im nächsten Spiel entweder gar nicht oder nur ein paar Minuten ran durfte. Wochen zuvor in der Meisterschaft hatte sich dieses Szenario wieder mal ereignet und „Torsten“ beschwerte sich mal wieder bei mir, über diesen so ungerechten Trainer „Heinz“. Ich nahm in tröstend beiseite und sagte damals: „Junge bleib ruhig, trainiere gut weiter, deine Zeit wird kommen, ich glaube du wirst ein großer Beitrag sein, uns in die Bezirksliga zu bringen.“

Und was geschah nun an diesem Endspieltag? Mit seinem ersten Ballkontakt erfüllte er diese Aufgabe in der 72. Minute hundertprozentig! Kapitän „Knigge“ hatte sich über links durchgespielt, die scharfe Hereingabe hämmerte der heraneilende „Torsten“ ins Tornetz!! 2:1! 

Nach kurzer Freude schaute ich auf die Uhr. Ein Ruhekissen war dieser Treffer noch lange  nicht. Noch 18 Minuten zu spielen….noch 18 Minuten zum Ziel…..in 18 Minuten könnte ein Traum in Erfüllung gehen…..in 18 Minuten könnten über 10 Jahre Arbeit belohnt werden. Teilweise liefen diese 10 Jahre wie ein Film in Zeitlupe auf meinem geistigen Monitor ab. Die letzten Minuten stand ich am Spielfeldrand und habe den Rest des Spiels nur noch in Trance wahrgenommen. Den Krach und die 500 Zuschauer habe ich gar nicht mehr wahrgenommen. Dass der SV P. nun alles nach vorne schmiss, wütend das Spiel versuchte zu drehen….unser Torwart oder eine Fußspitze in letzter Sekunde das Gegentor noch verhinderte. Teilweise habe ich diese Szenen erst in den Tagen danach in der Presse gelesen  ……. Dann plötzlich ein Pfiff! .... Was war das?.....Träume ich?  Es dauerte Sekunden bis ich realisierte, dass es der Schlusspfiff war…..dass, das Spiel zu Ende war …… dass wir gewonnen hatten….. Freude kam langsam in mir auf…....Tränen…..dann Jubel. In einer stillen Ecke, Abseits des Platzes, brauchte ich erst mal eine Minute für mich, bevor ich mich in die jubelnde Menge der feiernden Spieler und Fans begab.


Mein Leben hat mir so manches große Ereignis und Glücksgefühl  geschenkt. Berufliche Ziele erreichen, verliebt sein – auf Wolke sieben schweben- heiraten - . Doch neben der Geburt meines Sohnes, werden ich diesen magischen Moment des Fußballs, diese Minuten, nie vergessen !........

Übrigens: Nach gutem Start in die darauf folgende erste Bezirksligasaison standen wir nach ca. 8 Spieltagen mit Trainer „Heinz“ auf dem  4. Tabellenplatz und sind anschließend als Tabellenletzter am Ende abgestiegen.

Und wenn die Spieler von damals – auch die, die Trainer „Heinz“ manchmal zum Teufel gewünscht haben, diesen heute mal wiedertreffen, heißt es oft: „Mann Heinz, war das nicht eine geile Zeit? War das nicht eine tolle Saison?.......



Wer von Euch hat ebenfalls solche Momente im Fußball oder Sport erlebt?? Ich wäre gespannt Eure Geschichte zu lesen




Sonntag, 25. September 2011

Ralf Rangnick - Erschöpfungssyndrom



 

Wie können Führungskräfte im Sport mit Druck umgehen - die Erwartungshaltung erfüllen? Nicht ausgepowert sein - die Nachhaltigkeit erhalten - nicht ausgebrannt sein? (Burn Out)??

 

Heynckes zu Rangnick: «Stärke in der Schwäche»

Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat seinem Kollegen Ralf Rangnick großen Respekt für das öffentliche Bekenntnis zu seinem Erschöpfungssyndrom und dem Rücktritt beim FC Schalke 04 gezollt.

«Das halte ich für gut, wenn ein Trainer wie Ralf Rangnick in der Schwäche Stärke zeigt. Das ist nicht einfach in so einer exponierten Position», erklärte Heynckes in München.
Der Beruf des Fußballtrainers habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert, betonte der 66-Jährige. Alles sei «intensiver» und «umfangreicher» geworden, dazu habe die öffentliche Aufmerksamkeit stark zugenommen. Man brauche ein gutes Trainerteam, einen guten Draht zur Vereinsführung und müsse vieles delegieren können. «Und ganz wichtig ist, dass man den Beruf liebt. Sie müssen positiven Stress haben, der Job muss Spaß machen», sagte Heynckes. «Und man sollte sich nicht allzu wichtig nehmen. Dann kann man auch Rückschläge besser verkraften», empfahl Heynckes seinen Kollegen



Aus seiner 30-jährigen Trainererfahrung weiß Heynckes auch, dass es wichtig sei, Pausen einzulegen. Er plädiere darum schon seit längerem auch «grundsätzlich» dafür, «dass ein Trainer in einer Saison nicht zwei Clubs trainiert». Rangnick war entgegen seinen ursprünglichen Plänen schon in der Rückrunde der vergangenen Saison beim FC Schalke eingestiegen, nachdem er in der Winterpause bei 1899 Hoffenheim vorzeitig ausgeschieden war. (dpa)


Hierzu passt ein Zitat von Sunzi aus „Die Kunst des Krieges“: „Wenn Du Deinen Feind kennst und dich selbst kennst, brauchst du das Ergebnis von 100 Schlachten nicht zu fürchten.

 Wir befinden uns  beim Fußball nicht im Krieg aber als Analogie zum Mensch sein passt das heute immer noch und bedeutet im Umkehrschluss: Kenne ich NUR mich oder NUR den anderen, dann kann es schon mal haarig und schwer werden im Leben. Kenne ich weder mich noch mein Gegenüber, dann hab ich oft schon verloren bevor ich auf dem Spielfeld stehe. Es geht darum die „Blackbox Mensch“ näher zu betrachten und kennenzulernen. Wenn wir diese besser verstehen, fallen die Reaktionen auch anders aus. Und es eröffnet die Möglichkeit, dass wir auf DRUCK  anders reagieren. Zum Beispiel "Zitat s.o. Jupp Heynckes" -den Druck in positiven Stress wandeln- damit der Job weiterhin Spass macht!